Lake Duminagat im Mount Malindang National Park


Was passiert, wenn ein Gebirgswiesel auf den Philippinen Urlaub macht? es sucht sich einen Berg und steigt rauf. Eigentlich hatte ich geplant den Mount Apo zu besteigen, welcher mit seinen 2954 Höhenmetern der höchste Berg der Philippinen ist. Doch wie auf den Philippinen üblich, haben sich die Dinge anders entwickelt und so bin ich zusammen mit Melvin von philippinen-tours.de zum wandern im Mount Malindang National Park angetreten.

Ziel war der auf 1600 m liegende Lake Duminagat. Da wir uns beide überhaupt nicht in diesem Gebiet auskannten, lag es nahe einen Bergführer (Guide) mitzunehmen, der uns durch die Berge führt. Im Nachhinein betrachtet war das auch richtig so! Nicht dass der Anstieg schwer gewesen wäre, doch ohne jemanden der die einheimischen Sprache (Bisaya) beherrscht, wären wir nicht weit gekommen.


Hoch motiviert und auch einigermaßen ausgeschlafen, geht es am Dienstag den 25.10.2011 im Morgengrauen los Richtung Oroquieta City, zum Treffen mit unseren Guide’s Mar und Chris. Von dort aus fahren wir mit dem Jeep auch relativ zügig Richtung Barcelona Zamboanga del Norte, wo wir Essen kaufen und unsere Ausrüstung anlegen.

Auch den Jeep lassen wir nun hinter uns und steigen auf Habal Habal’s* um. Kaum sind wir mit diesen eine halbe Stunde unterwegs, beginnt das Abendteuer! Die Straße wird steiniger und wir werden auf unseren Motorrädern ordentlich durchgeschüttelt. Kurz vor der Zielstadt, wird der weg so steil und steinig, dass wir teilweise von den Motorrädern absteigen müssen. Doch die Landschaft an sich ist grandios und verändert sich immer wieder auf wundersame weise. Von kleinen Kiefern bis zum Trompetenbaum ist alles mit dabei.


Um ca. 10:00 sind wir dann in Mansawan, unserem ersten Checkpoint angekommen. Eine kleine Stadt die man so weit oben, wirklich nichtmehr vermutet hätte. Trotzdem gibt es einen kleinen Markt, einen Basketballplatz und einen kleinen Laden, wo auch wir uns erstmal ausruhen. Nach einen kurzen Eintrag in das Stadtbuch, kann es endlich los gehen und ich kann es kaum erwarten meine Füße auf Stein zu spüren.
 

Der Aufstieg


Los geht es auf einem nicht all zu steilen Feldweg, der mich noch nicht wirklich fordert. Doch die Hitze und die Sonne bringen uns trotzdem ins schwitzen. Immer wieder treffen wir auf Einheimische, die Werkzeug und Essen zu ihren Hütten transportieren. Auch ein kleines Mädchen mit Schultasche sehen wir den Berg hochlaufen. Nach ca. 40 Minuten Wanderzeit, wird der Weg etwas anspruchsvoller und ich habe plötzlich mühe mit meinem Gepäck nicht abzurutschen. Auch wenn es nur ein kurzes Stück wirklich steil war, schwitzen wir beide jetzt sichtbar und sind froh, wenn der Weg von Pflanzen und Bäumen beschattet wird.


Gegen 12:00 erreichen wir ein kleines Dorf, wo wir unser Essen auspacken und eine kleine Stärkungspause einlegen und unsere Bergführer erzählen uns Geschichten über die Landschaft, die Vegetation und die Schönsten Orte des Mount Malindang National Park’s. Bevor es weiter geht, füllen wir noch unsere Flaschen mit Bergwasser und setzten zum Endspurt Richtung Lake Duminagat an. Unser Weg wird jetzt steiniger und ich muss aufpassen um auf den feuchten Steinen nicht auszurutschen.

Unsere Reiseführer scheint das nicht zu beeindrucken, denn beide können mit Ihren FlipFlops locker mithalten. Nach 2 Weiteren spannenden Stunden und mehreren „fast Ausrutschern“, ist es endlich soweit. Der See taucht hinter einem kleinem Hügel auf und wir haben einen grandiosen Blick auf den ruhig liegenden Lake Duminagat.
 

Der See


Ein unfassbarer Anblick. Ein Paradies, dass uns in allen erdenklichen Farben und Geräuschen zu Füßen liegt. Jetzt kann ich auch verstehen, warum sich um den See einige Legenden und mystische Geschichten ranken.

Diese Geschichten gehen von der Heilenden Kraft des Wassers, bis hin zu einem Riesenstrudel, der sich in Mitten des Sees aufgetan haben soll. Nichts desto Trotz, ziehen wir unsere Badesachen an und setzten uns auf ein kleines Holzboot (Einbaum) und Rudern auf das Wasser.



Irgendwann habe ich dann auch wieder genug und wir begeben uns wieder zurück an Land. Ob die Geschichte mit dem Strudel stimmt kann ich nicht sagen, aber das Wasser hat nach einem anstrengendem Aufstieg mit Sicherheit eine Heilende Wirkung.

Als wir fertig waren, haben wir uns in die angenehm warme Abendsonne gelegt und uns die umherlaufenden Tiere angesehen. Mit den Einheimischen konnten wir uns leider nicht unterhalten, denn Englisch wird hier wirklich nicht mehr gesprochen.


Dafür hatten wir auch unsere Guides dabei, die uns eine Holzhütte zum Schlafen und einen Hahn zum Essen aushandelten. Ein Glück!, denn das mitgebrachte Zelt ist wohl alles andere, ausser Wasserdicht gewesen und am frühen Abend fängt es an, wie üblich, in Strömen zu regnen.

Das Essen bereiten unsere Bergführer, auf einem kleinen Campingkocher zu und das Zelt bauen sie zur Sicherheit, nochmals in der Holzhütte auf. Als wir anfangen zu essen, ist es bereits komplett Dunkel und wir haben Probleme, mit unserer kleinen Lampe genügend Licht zu erzeugen. Dafür war der freilaufende Gockel einfach nur köstlich.
 

Die Nacht


Nach dem essen können wir nicht mehr viel machen. Wir unterhalten uns noch kurz und gehen dann in unser Zelt. Ich habe zwar keine Luxusnacht erwartet und der harte Holzboden war für mich auch nicht all zu schlimm, allerdings hätte ich nicht gedacht, dass ich tatsächlich friere. Ich kann nur empfehlen einen Schlafsack und einen Pullover mitzunehmen. Am nächsten Morgen, packen wir unser Zeug und machen uns gegen 10:00 an den Abstieg.


Die Sonne strahlt nun auch wieder mit voller kraft und ich bin, im Gegensatz zur Nacht, wieder am schwitzen. Ansonsten verlief der Abstieg ohne Probleme und gegen 13 Uhr sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt Mansawan.

Die Fahrt mit den Motorrädern nach unten, scheint mir zwar einfacher als der Hochweg zu sein, allerdings auch gefährlicher. Zum Glück schaffen wir es Trotzdem unbeschadet zurück nach Oroquieta City
 

Nachwort


Die Tour war ein unglaubliches Erlebnis und ich kann es nur jedem abenteuerlustigen Urlauber weiter empfehlen. Vor allem der See ist mit seinen Legenden und seiner unergründbaren Tiefe ein faszinierender Ort. Der Aufstiegt ist zwar anstrengend, aber nicht besonders schwer. Immerhin sind unsere Begleiter ohne größere Probleme mit „Flip Flop’s“ hochgelaufen. Trotzdem ist festes Schuhwerk auf jeden Fall zu empfehlen. Auch die Gefahren wie Gifttiere etc. hab ich mir um einiges schlimmer vorgestellt, denn ab einer gewissen Höhe sind dort oben weder giftige Schlangen noch Skorpione zu finden. Auch Ameisen habe ich nicht gesehen.


Die Vegetation an sich ist auf dem Berg ganz anders als im Tal. Leider wachsen ab einer gewissen Höhe auch keine Kokosnüsse und Bananen mehr. Trotzdem werde ich, wenn ich das nächste mal dort bin mindestens eine Woche in diesem Gebiet bleiben um die versteckten Wasserfälle, die heißen Quellen und die vielen anderen Sehenswürdigkeiten im Mount Malindang National Park zu begutachten.
 

Position des Mount Malindang:


Weitere Links:

 

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