Mount Talinis – die Spitze der Cuernos de Negros


Mount Talinis ist der zweit größte Berg der Insel Negros Oriental gleich nach Mount Kanlaon (2435 M). Der 1903 Meter hohe Berg liegt westlich von Dumaguete im „Cuernos de Negros“ Gebirge umgeben von 3 Gebirgsseen.

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まだ 準備 中。 御免 なさい!

Die Besteigung gehört definitiv nicht zu den üblichen touristischen Aktivitäten und wer nicht trittsicher ist, Angst vor Insekten hat, nicht schmutzig werden möchte oder nicht ausdauernd wandern kann, ist für diese Tour nicht geeignet. Besonders in der Regenzeit wird man mit Sicherheit nass.

Egal wie erfahren du bist, ein Tourenführer ist für dieses Vorhaben ein Muss! Der Weg ist nicht markiert und es gibt unzählige Möglichkeiten sich zu verlaufen. An mehreren Stellen kann man den weiteren Weg nicht erkennen, bzw. muss man den sichtbaren Weg verlassen, um kurz danach den weiteren verlauf zu entdecken.

Die Kosten für einen Tourenführer belaufen sich auf 3000 PHP für 2 Tage. Wer sich zusätzlich noch Zelt, Schlafsack und Isomatte leihen möchte, legt nochmals 1000 PHP drauf. Gesamt 4000 PHP (ca. 70 €). Mein Tourenführer war Migo Partosa, welcher mir über den Outdoor-Shop „Island Life“ in Dumaguete vermittelt wurde. Wer einen Führer benötigt, kann Migo über seinen Facebookaccount kontaktieren.

Ich und Migo sind am Freitag dem 18.07.14 von Valencia in Richtung Casaroro Falls losgefahren. Das Wetter sah trotz Regenzeit sehr vielversprechend aus. Nach ca. 15 Minuten Fahrtzeit, kommt man an den Ausgangspunkt, von welchen man auch zu den Casaroro Falls gelangt. Doch diesmal sind wir weiter gerade aus gegangen, um nach wenigen Minuten eine schöne Aussicht über Dumaguete und Umgebung zu bekommen.


Doch lange halten wir uns hier nicht auf, denn die Strapazen liegen noch vor uns. Ungefähr nach einer Stunde Wanderzeit, läuft mir bereits das Wasser in Strömen von der Stirn. Die Hitze und die Steigung machen mir früh am Morgen merklich zu schaffen. Eine anstrengende Stunde später, mäßigt sich die Steigung und das Klima spürbar. Kurz vor der Überquerung des Flusses geht es dann steil bergab.

Am Fluss angekommen, fülle ich als erstes meine Wasservorräte wieder auf und nütze die Gelegenheit, ein paar Fotos zu schießen.



Doch zum baden haben wir keine Zeit. Weiter geht’s auf einem kleinen Pfad rechts des Flusses, welcher nach ca. 40 Minuten am Haus des „Wasserguards“ von Valencia endet.


Die schwarzen Rohre, welche einem im laufe der ersten Wanderstunden stetig begleiten, enden hier und man kann sich von Valencias Wasserqualität selbst überzeugen. Jeder Wanderer muss sich im Buch den Wasser-Guard’s registrieren. Hier sind Kenntnisse der einheimischen Sprache Bisaya gefragt, denn der Guard spricht kein Englisch. Das Sprechen hat dann zum Glück mein Tourenbegleiter Migo übernommen.
 

Twinfalls

Wer auf den Hin- oder Rückweg Lust hat, kann sich die „Twinfalls“ flussaufwärts ansehen. Hier wird das Wasser für Valencia unterhalb zweier riesiger Wasserfälle abgeleitet.



Auf höhe der Wasserfälle, befindet man sich ungefähr auf der Hälfte der Strecke zum Bergsee Nailig. Der nächste Checkpoint ist eine kleine Farm auf inmitten eines flachen Bergrückens. Sie wird „Rancho“ genannt und ist das letzte Stückchen Zivilisation, dass man zu sehen bekommt.


Doch wir lassen uns nicht weiter aufhalten und Wandern dem immer stärker werdenden Schwefelgeruch entgegen. Wenig später stehen wir vor den „Kaipuhan Sulphur Vents“. Ein Fluss mit toten Bäumen, kalkigen Steinen und vielen nach Schwefel riechenden Quellen.


Direkt an den sprudelnden Quellen, ist der Gestank fast untragbar. Etwas weiter oberhalb frischt eine leichte Briese die Atemluft auf und wir beschließen uns eine kurze Pause zu gönnen. Das letzte und anstrengendste Stück steht uns jetzt bevor, denn kurz vor dem Ziel geht es ca. 450 Höhenmeter steil Bergauf. Der rutschige Untergrund und der zugewachsene Pfad, machen es uns auch nicht gerade leichter. Doch der wunderschöne Anblick des Jungles und die vielen kleinen Details lassen mich die Anstrengungen zumindest teilweise wieder vergessen.









Nach etwa 2 Stunden kommt man an einer Aussichtsplattform vorbei, von der man nochmals auf das Tal sehen kann, bevor man wieder vom dichten Jungle verschluckt wird.



Auf den letzten Metern hat es dann tatsächlich noch angefangen zu Regnen. Ziemlich nass und trotzdem verschwitzt sind wir dann über den Rand des Berges gekommen. Hier kann man schon einen Blick auf den kleinsten der 3 Bergseen werfen. Am Lake Mabilog kann man allerdings nicht übernachten, da er von dichtem Gebüsch umgeben ist. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man überhaupt bis zum Wasser gelangen kann.


Die letzten Meter sind beschwerlich und der Weg wird zunehmend abenteuerlich. Doch nachdem wir unter einigen umgestürzten Baumstämmen durchgerutscht sind, hat sich der wunderschöne Anblick des Lake Nailig direkt vor uns aufgetan.


Da die Wolken leider immer noch dicht am Himmel hängen, haben wir unsere Zelte schnell aufgebaut um dann abzuwarten, dass sich das Wetter etwas klärt.

Doch leider ist die Spitze des Talinis von dichtem Gewölk bedeckt geblieben. Und auch am nächsten Tag hatte ich kein Glück. Den Fototermin muss ich dann wohl auf ein Andermal verschieben.


Die Nacht war windig, aber nicht besonders kalt. In meinem Schlafsack habe ich mich wohlgefühlt und nur die vielseitige Geräuschkulisse hat mir ab und an etwas den Schlaf geraubt.

Der Rückweg war um einiges einfacher als gedacht. Durch die vielen Gewächse und Bäume am Wegesrand, kann man steile Stellen relativ einfach und schnell überwinden, wenn die Schwerkraft auf deiner Seite ist. Kurz vor dem Ende, hat es wieder angefangen zu regnen und diesmal richtig. Nach wenigen Minuten waren wir komplett nass, was uns allerdings so kurz vor dem Ziel nicht weiter aufhielt.

Dreckig, nass aber zufrieden, sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen.


Nachtrag

Die beste Zeit für eine Besteigung ist von Februar bis Mai und die schlechteste Jahreszeit ist die Regenzeit von Juni bis September. Ohne Guide ist die Route nicht empfehlenswert, wenn man diese zum ersten Mal besteigt. Wie man an den Bildern sehen kann, lohnt es sich diese Erfahrung zu machen und dem Jungle einmal die Stirn zu bieten.


 

One Response to Mount Talinis – die Spitze der Cuernos de Negros

  1. Tanja Mai 9, 2016 at 9:09 am #

    Hi,
    der Bericht ist echt super! Planen Ende Mai / Anfang Juni den Trip (entgegen Deinem Rat, da Urlaub nun mal auf den Zeitpunkt so fällt…). Der Facebooklink zu Deinem Guide funktioniert nicht. Tut sich bei den Guides nicht viel, so dass wir auch zu dem besagten Outdoorshop sollten und dann nach einem Guide fragen sollten?
    Viele Grüße
    Tanja

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