Mt. Fuji – Subashiri Route


Mt. Fuji ist mit 3.776 m über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans und wurde 2013 von der Unesco als Weltkulturerbe erklärt. Es gibt vier offizielle Wege den riesigen Vulkan zu besteigen.

Die von Touristen überlaufene Yoshida Route [gelb], die anspruchsvollere Gotenba Route [Grün], die am einfachsten zu schaffende Fujinomiya Route [Blau] und die mit Abstand schönste Subashiri Route [Rot].

Tipp: Wenn Du in Japan bist, solltest Du unbedingt eine Teezeremonie besuchen und einen hochwertigen Matcha Tee probieren. Das ist mit dem, was man in Europa geboten bekommt nicht zu vergleichen


Die Subashiri Route ist bis 2700 Meter fast durchgehend bewachsen und deswegen angenehm schattig. Auch der Tourismus hält sich im Vergleich zu den anderen Routen sehr in Grenzen, dafür ist die Auswahl der Unterkünfte sehr eingeschränkt.


Obwohl man bei Mt. Fuji von einer populären Sehenswürdigkeit sprechen kann, ist es nicht so einfach alles zu organisieren, wenn man über keine oder nur wenig Japanisch Kenntnisse verfügt. Zum Glück konnte das Sprechen meine Freundin übernehmen, was sich im Nachhinein als große Hilfe herausgestellt hat. Ohne sie wäre die Tour nicht zustande gekommen.

Dennoch ist es auch möglich mit Englisch durchzukommen, wenn man sich die Zeit nimmt im Voraus Informationen zu sammeln und ein paar Sachen organisiert.
 

Gotenba

Das erste Ziel für einen Besuch auf Mt. Fuji ist die kleine Stadt Gotenba am Fuße des Vulkans. Von Tokio kann man mit dem Bus oder mit dem Zug fahren. Ich empfehle allerdings den Romance-Car Zug der Odakyu-Line zu nehmen da es einfach am schnellsten geht. Man muss allerdings beachten, dass der Zug nur dreimal am Tag von Shinjuku aus nach Gotenba fährt. Einen Fahrplan kann man auf der Webseite von Odakyu finden.

In Gotenba selbst, geht es dann mit dem Bus in Richtung Subashiri-Gogome auf knapp 2000 m weiter. Die Bushaltestelle befindet sich links neben dem Gotenba Bahnhof und kann nicht verfehlt werden. Tickets müssen am Schalter gekauft werden, bevor man in den Bus einsteigt. Zeigen muss man das Ticket allerdings erst beim Aussteigen.



Nachdem sich der Bus eine Stunde lang mühsam den Berg hoch gequält hat, ist man endlich am Ausgangspunkt Gotemba-Gogome und kann sofort loswandern.



Theoretisch ist es möglich, die Route an nur einem Tag ohne zu übernachten zu steigen. Das geht allerdings nur, wenn man einen strikten Zeitplan verfolgt, um 6:30 mit dem ersten Bus zur Subashiri-Gogome Station fährt und spätestens um 14:00 den Rückweg von der Spitze antritt.

Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, kann sich im Seto-Kan auf 2700 Meter einen Schlafplatz für 7500 JPY mieten. Frühstück und Abendessen sind im Preis inbegriffen und auch die Toilette kann gebührenfrei genutzt werden. Das Benützen der Toilette kostet auf allen Stationen zwischen 200 und 300 JPY.

Wer möchte kann sich für 1000 JPY noch einen Wanderstock kaufen, welcher auf jeder Station ein Branding für weitere 250 JPY bekommen kann. Ein nettes Souvenir, das mit Sicherheit in keinen Koffer passt und somit für mich uninteressant war.
 

Los Geht’s

Wir sind um ca. 14:20 losgewandert, nachdem wir uns eine überteuerte Suppe am Ausgangspunkt genehmigt haben.


Der Weg ist anfangs sehr schön mit von Wurzeln überwachsenem Vulkangestein und dichtem Wald. Das Wandern ist nicht besonders abenteuerlich und auch für einen Familienausflug geeignet.







Nach 2 Stunden sind wir an der ersten Station angekommen, wo wir eine kleine Suppe gegessen und den wunderschönen Ausblick genossen haben. Von hier aus sind es noch 40 Minuten bis zu unserer Herberge.



Insgesamt benötigt man maximal 3 Stunden um vom Ausgangspunkt bis zum Seto-kan zu kommen. Wenn man fit ist, geht es auch in 2 Stunden.

Oben angekommen begrüßt und ein etwas älterer Japaner, der sich über unseren Besuch merklich freut. Er Zeigt uns unsere Schlafplätze und hat auch sonst einiges zu erzählen. Da wir und ein älterer Herr die einzigen Gäste sind, geht es recht familiär zu und wir können uns unsere Essenszeit aussuchen.



Die meisten Besucher übernachten auf den höheren Stationen, welche nur knapp unterhalb der Spitze liegen, um zum Sonnenaufgang schon auf dem Gipfel zu stehen. Diese sind allerdings teurer, überfüllt und haben nur ein Bettenlager, welches einer Sardinendose gleicht. Wer etwas mehr Privatsphäre möchte, ist mit dem Seto-kan gut beraten.

Wir schauen uns noch das in der Ferne den Schatten des Fuji in den Wolken an, bevor wir uns sehr früh ins Bett begeben.




Am nächsten Tag stehen wir schon um 4:30 auf um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Die 5 Minuten in denen der rote Feuerball am Horizont auftaucht, sind wirklich beeindruckend.



Tainai-Jinja Höhle

Nach dem Frühstück erfahren wir noch von einer kleinen Höhle nicht weit vom Seto-Kan. Sie Heißt Tainai-Jinja und steht unter einem Japanischen Torii. Der Eingang ist wirklich klein und man bekommt ein beklemmendes Gefühl, wenn man sich durch die enge Felsspalte quetscht. Doch kaum ist man drin, öffnet sich ein erstaunlich großer Raum mit einem Schrein am anderen Ende.






Zurück am Seto-Kan packen wir unsere sieben Sachen und machen und an die Gipfelbesteigung. Die ersten paar Meter des Weges sind immer noch grün, doch nach einer halben Stunde ist man der erbarmungslosen Sonne schutzlos ausgeliefert. Ein guter Sonnenschutz ist ein absolutes muss!









Auf dem Weg nach oben, kommt man immer wieder an kleinen Stationen mit Übernachtungsmöglichkeiten und überteuerten Preisen vorbei. Nach 3 Stunden machen wir eine längere Pause auf der siebten Station. Hier treffen sich Yoshida und Subashiri Route, was vor allem an einem höheren Tourismusaufkommen zu merken ist.


Jetzt ist der Gipfel nicht mehr weit und wir steigen die letzten Meter relativ zügig nach oben, obwohl die Luft immer dünner wird.


Der Gipfel

Auf dem Gipfel angekommen bin ich etwas überrascht, wie sehr alles ausgebaut bzw. kommerzialisiert ist. Ein kleines Dorf an Souvenir Lädchen und Restaurants ist das erste was man sieht, sobald man die letzten Stufen erklommen hat.






Doch ich möchte das Innere des Kraters sehen, wozu man etwa 100 Meter weiter die Möglichkeit hat. Das verbrannte Gestein am Rande des Berges zeugt von einer ernsthaften vulkanischen Aktivität. Am Boden des Kraters liegt allerdings nur alter Schnee.





 

Ohachimeguri Route


Man kann den Krater in etwa eineinhalb Stunden umrunden, wodurch man auch am höchsten Punkt vorbeikommt, an welchem nun eine Wetterstation steht.


Um 13:00 Uhr machen wir uns an den Rückweg um unseren Zug nach Tokio noch zu erwischen. Da die Zeit etwas knapp war, haben wir den Abstieg in rekordverdächtigen zweieinhalb Stunden gemeistert. Das geht nur über die „Sandtrail“ welche man fast komplett runter rutschen kann.

Sehr sehr verstaubt, müde und in meinem Falle auch noch sonnenverbrannt, sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt Subashiri-Gogome angekommen um pünktlich in den Bus zurück nach Gotenba einzusteigen.
 

Fazit

Es lohnt sich auf jeden Fall Mt. Fuji einmal in seinem Leben zu besteigen. Um zum Ausgangspunkt zu kommen, muss man sich vorher informieren wie!? bzw. genügend Zeit einplanen. Sonnencreme, hohe Wanderschuhe, Regenponcho, genügend Geld, eine Kopflampe und mindestens 2 Liter Wasser, sollte man unbedingt dabei haben. Zusätzlich ist noch ein Atemschutz für den Rückweg zu empfehlen, da es bei trockenem Wetter sehr staubig werden kann.

-> Subashiri Routenplan auf English

-> Romancecar Fahrplan und Preise

-> Busplan von Gotenba zur 5th Station [Subashiri-Gogome]
 

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