Road-Trip durch die französischen Alpen


Der Frühling naht und die Tage werden wärmer. Doch für eine gemütliche Wandertour auf den Berg war es Anfang April eindeutig zu kalt. Also sind wir relativ kurz entschlossen Richtung Süden in die Seealpen gefahren. Da wir möglichst viel von der Gegend sehen wollten, hat sich der Ausflug zu einem Roadtrip kreuz und quer durch die französischen Alpen bis runter zum Meer entwickelt.
 

Los geht’s!

Kein Ziel, keine Unterkunft und kein Urlaubsplan. Hauptsache erstmal raus aus dem Regen. München ist in tiefgraue Wolken gehüllt, als wir auf der A8 Richtung Schweiz unterwegs sind. Doch die Autobahn ist leer und wir kommen gut vorwärts. In Gedanken gehe ich unsere Ausrüstung durch und überlege mir, wie das Wetter wohl in Frankreich sein wird.

Nach 4 Stunden Autofahrt hat es endlich aufgehört zu regnen und wir sehen einen hellen Schein am Horizont. Tatsächlich bricht die Wolkendecke langsam auf und als wir die französische Grenze überqueren, scheint die Sonne in ihrer vollen Pracht.

Wir fahren trotzdem weiter, denn wir wollen zumindest noch auf die Höhe von Grenoble kommen, bevor wir über einen Schlafplatz nachdenken.
 

Chichilianne & der Mont Aiguille


Gegen Abend kommen wir in einem kleinen Dorf im Vercorsmassiv an, das direkt am Fuß des Mont Aiguille liegt. Es heißt Chichilianne und macht auf mich noch einen recht verschlafenen Eindruck.

Kein Wunder, denn die Wintersportler sind bereits weg und die Sommerurlauber lassen noch auf sich warten, sagt uns die nette Dame am Empfang eines kleinen Hotels. Wir entscheiden uns zu bleiben und den Rest des Tages noch etwas herumzuspazieren.

Am nächsten Tag:

Die Sonne scheint zwar nicht wirklich, doch das Wetter ist gut genug, um ein paar Stunden Richtung Berg zu spazieren. Wie immer hat sich der geplante Spaziergang zu einer mittelmäßigen Wandertour entwickelt und wir sind nach 2 Stunden dem Mont Aiguille näher als gedacht.

Natürlich habe ich nur mein Handy dabei und kann die Umgebung nur in echt miesen Fotos festhalten.


Ich würde gerne einmal auf der Spitze bzw. dem Hochplateau stehen, das den Mont Aiguille krönt. Doch für heute müssen wir uns mit dem Anblick von unten begnügen und zusehen, dass wir Land gewinnen. Es gibt noch viel zu sehen.
 

Die Felsen von Les Mées


Zurück im Auto fahren wir weiter Richtung Sisteron auf einer kurvigen Landstraße entlang der Rhône-Alpen. Die Landschaft ist beeindruckend. Immer wieder sehen wir alte verfallene Burgen und Steinschlösser in der Ferne.


Bei Saulce geht es wieder auf die Autobahn, auf der wir an Sisteron vorbei und weiter Richtung Manosque fahren. Doch bis nach Manosque sind wir nie gekommen, denn kurz nach Sisteron offenbart sich uns ein imposanter Anblick auf ein bizarres Naturschauspiel.

Die Felsen von Les Mées (auch Les Pénitents genannt), kann man auf einem 4 Kilometer langem Fußweg durchqueren. Es gibt insgesamt 3 Höhlen, von denen 2 gut zugänglich sind und die dritte nur von erfahrenen Höhlenwanderern besichtigt werden sollte. Mich würde wirklich interessieren, wie diese Felsen entstanden sind. Nur durch Erosion? Ich kann es nicht sagen.



Die Lavendelfelder von Puimichel


Gerne hätten wir die Gegend noch mehr erkundet, doch die Sonne war schon am letzten Himmelsdrittel und wir hatten noch keinen Schlafplatz. Bei einem kurzen Blick auf die Karte entdeckten wir ein kleines Dorf mit dem Namen Puimichel, das sich im Bergmassiv hinter den Felsen von Les Mées befindet. Um dorthin zu kommen, muss man allerdings über eine Straße, die ich als recht abenteuerlich beschreiben würde.

Kaum ist man oben, erblickt man ein Panorama von roter Erde und Lavendelfeldern, die sich wie ein Gemälde über die komplette Landschaft erstrecken. Eine Idylle, wie man sie nur aus Büchern oder Filmen kennt.


Der kleine Ort Puimichel fügt sich dazu mit seinen alten Steinhäusern und engen Straßen perfekt in das Bild ein. Nur die Sternwarte am höchsten Punkt fällt etwas aus der Reihe.

Leider habe ich keinerlei Übernachtungsmöglichkeiten gesehen und wir sind nach einer kurzen Pause gleich weiter Richtung Le Castellet. Doch auch hier hat das meiste noch geschlossen und wir beschließen, eine Nacht draußen zu verbringen. Wir kochen uns einen Hasen, den wir auf dem Weg in einer Metzgerei gekauft haben, auf dem Campingkocher und essen gemütlich zu Abend.




Le Lac du Saint-Croix


Wohin jetzt? Ein Blick auf der Karte zeigt, dass wir uns nicht weit des Lac du Saint-Croix befinden und wir entschließen uns kurzerhand, dorthin zu fahren. Es dauert auch tatsächlich auch nur eine Stunde, bis wir den See vor uns erblicken und in einem kleinen Dorf namens Saint-Croix direkt am Strand frühstücken.


Die Morgensonne ist angenehm warm und ich studiere auf meiner Landkarte die Umgebung des Sees. Eine komplette Umrundung ist zumindest mit dem Auto nicht möglich, doch immerhin geht die Straße Richtung Bauduen entlang des Sees. Bauduen hat eine schöne Bucht, ist allerdings für Autos eine Sackgasse. Wir müssen etwas zurückfahren, um in die nächste Stadt „Les Salles-sur-Verdon“ zu gelangen.


Dort setzen wir uns an den Strand mit Blick auf eine kleine Insel. Doch die fernen Detonationen, die von einem Militärgelände in der Nähe stammen, trüben etwas die friedliche Idylle. Also fahren wir weiter, in nord-östlicher Richtung und staunen nicht schlecht, als wir in eine tiefe Schlucht mit türkies-blauen Wasser und meterhohen Felswänden schauen.
 

Die Schlucht von Verdon


Von einer kleinen Straße, die steil den Berg hinauf führt, können wir die unglaubliche Landschaft der Verdon-Schlucht immer besser überblicken. Eigentlich wollte ich an etwas abgelegenere Orte in Frankreich gelangen, doch leider kommen mir Wohnmobile im Sekundentakt entgegen. In der Hochsaison ist hier vermutlich die Hölle los.

Doch wir fahren unbeirrt weiter und erreichen nach kurzer Zeit La Palud. Zu futtern gibt es hier Hase mit Kartoffeln und zu kaufen Schnaps, Kräuter, Honig, Käse und viele andere Spezialitäten der Umgebung. Mir gefällt es hier und ich will auf jeden Fall die Schlucht noch weiter erkunden. Also auf nach Rougon – ein kleines Dorf, das ich auf einem Prospekt entdeckt habe.


Auf dem Weg dorthin entdecken wir den Point Sublime, von dem wir den Flusslauf gut sehen können und ich entdecke eine Stelle, die sich für ein gemütliches Picknick und für eine Erfrischung im Fluss perfekt eignet. Gesagt getan und eine Stunde später stehe ich bis zum Bauch im eiskalten Wasser.

Alles ausgebucht! Wer hier übernachten will, muss wohl weit im voraus reservieren. Am Ende bleibt nur noch ein kleiner Campingplatz auf dem wir gerade noch „einchecken“ können bevor die Tore geschlossen werden.

Am nächsten Tag:


Wir packen unsere sieben Sachen und machen uns auf den Rückweg. Um aus der Schlucht zu kommen, nehmen wir diesmal die Straße auf der westlichen Seite der Schlucht.

Auch hier bekommen wir noch einmal die Landschaft in ihrer vollen Schönheit zu sehen und die Straße erinnert mich an eine klassische (Gebirgs)-Rennstrecke. Gegen 12:00 sind wir dann schon auf einer kleinen Landstraße Richtung Meer.

Für die Verdonschlucht, muss man sich wirklich Zeit nehmen. Wer die Gegend erkunden möchte, sollte mindestens 2 Wochen dafür einplanen. Immerhin verbindet die Verdonschlucht den Lac du Saint-Croix mit dem Lac du Castillion auf über 300 Km Länge und die Gegend bietet genug Wanderwege, die erkundet werden wollen..


 

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